Hausaufgaben ohne Streit: Was Eltern tun können
Hausaufgaben sollen üben, was im Unterricht dran war. In vielen Familien werden sie stattdessen zum täglichen Machtkampf. Mit klaren Zeiten, einer festen Rolle für Sie und ein paar Regeln lässt sich das meist entschärfen.
Kurz gesagt
- In NRW sollen Hausaufgaben an Schulen ohne gebundenen Ganztag pro Tag höchstens 30 Minuten dauern in Klasse 1 und 2, 45 in Klasse 3 und 4, 60 in Klasse 5 bis 7 und 75 Minuten in Klasse 8 bis 10.
- Hausaufgaben sind so gedacht, dass Kinder sie selbstständig schaffen. Ihre Aufgabe als Eltern ist der Rahmen, nicht die Lösung.
- Dauert es regelmäßig deutlich länger, ist das eine wichtige Information für die Lehrkraft.
Wie lange Hausaufgaben in NRW dauern sollen
Das Land NRW gibt vor, wie viel Zeit Hausaufgaben an einem Tag höchstens brauchen sollen. Die Werte gelten für Schulen ohne gebundenen Ganztag und meinen die Zeit, in der ein Kind die Aufgaben in der Regel schafft:
| Klassen | Höchstens |
|---|---|
| 1 und 2 | 30 Minuten |
| 3 und 4 | 45 Minuten |
| 5 bis 7 | 60 Minuten |
| 8 bis 10 | 75 Minuten |
Dazu kommen einige Regeln, die viele Eltern nicht kennen:
- Die Lehrkräfte berücksichtigen zusätzliche Belastungen wie Referate oder die Vorbereitung auf Klassenarbeiten.
- Für Tage mit verpflichtendem Nachmittagsunterricht, für Wochenenden und Feiertage sieht die Regelung keine Hausaufgaben vor.
- In den Ferien gibt es keine Hausaufgaben, außer freiwillig in Ausnahmefällen, etwa nach langer Krankheit.
- An Ganztagsschulen der Sekundarstufe I ersetzen Lernzeiten die Hausaufgaben; zu Hause muss dann in der Regel nichts Schriftliches mehr erledigt werden.
- Hausaufgaben werden in der Grundschule und in der Sekundarstufe I regelmäßig nachgesehen, aber nicht benotet.
- Sie sollen so gestellt sein, dass Kinder sie selbstständig, ohne fremde Hilfe, erledigen können.
Die Zeiten sind keine Stoppuhr, ab der Ihr Kind den Stift fallen lassen darf. Sie sind aber ein guter Maßstab: Braucht ein Kind in Klasse 3 regelmäßig anderthalb Stunden statt einer Dreiviertelstunde, stimmt etwas nicht. Dann ist die Aufgabe zu schwer, die Konzentration fehlt oder die Umgebung lenkt ab. Das herauszufinden, lohnt sich mehr als jeder Streit.
Helfen oder kontrollieren? Die Rolle der Eltern
Weil Hausaufgaben selbstständig lösbar sein sollen, sind Eltern nicht die Nachhilfelehrer ihrer Kinder. Ihre Rolle ist eine andere, und sie ist wichtiger, als sie klingt: Sie sorgen für Zeit, Ort und Ruhe, und Sie zeigen, dass Schule Ihnen wichtig ist.
| Ihr Kind | Sie als Eltern |
|---|---|
| schreibt die Aufgaben vollständig auf | sorgen für einen festen Platz und eine feste Zeit |
| plant, was es zuerst macht | fragen nach dem Plan, nicht nach jeder Aufgabe |
| löst die Aufgaben | helfen mit Fragen statt mit Lösungen |
| markiert, was es nicht verstanden hat | schreiben bei Bedarf eine kurze Notiz an die Lehrkraft |
| packt die Schultasche | schauen am Ende kurz drüber und loben, was geklappt hat |
Wenn Ihr Kind feststeckt, helfen Fragen meist mehr als Erklärungen:
- „Was sollst du hier genau machen? Lies mir die Aufgabe einmal vor.“
- „Wo genau hängst du?“
- „Was hast du schon probiert?“
- „Gibt es im Heft ein Beispiel, das so ähnlich aussieht?“
Und wenn auch das nicht weiterhilft: Aufgabe markieren, weitermachen, der Lehrkraft eine kurze Notiz schreiben. Verbessern Sie nicht jeden Fehler. Die Lehrkraft muss sehen, was Ihr Kind allein kann; sonst übt die Klasse am nächsten Tag an Ihrem Kind vorbei.
Ein fester Ablauf, der Streit spart
Viele Kämpfe drehen sich weniger um den Stoff als um das Anfangen. Ein fester Ablauf nimmt diese Frage aus dem Alltag, weil sie nicht mehr jeden Tag neu verhandelt wird:
- Erst Pause. Nach der Schule essen, trinken, etwas Bewegung, mit einem klaren Ende.
- Feste Startzeit. Jeden Schultag zur selben Uhrzeit, so selbstverständlich wie das Abendessen.
- Fester Platz. Ein aufgeräumter Tisch, das Handy außer Reichweite, kein Fernseher im Hintergrund.
- Zwei Minuten planen. Hausaufgabenheft aufschlagen: Was ist zu tun, in welcher Reihenfolge, wie lange ungefähr?
- Mit etwas Machbarem anfangen. Eine mittelschwere Aufgabe zum Warmwerden, dann die schwerste, das Leichte zum Schluss.
- Kurze Pausen. Bei längeren Hausaufgaben nach jedem Fach fünf Minuten aufstehen.
- Gemeinsamer Abschluss. Hausaufgabenheft abhaken, Schultasche packen, ein Satz Anerkennung.
Vereinbaren Sie außerdem eine Grenze: Ist die vorgesehene Zeit deutlich überschritten, wird aufgehört und eine Notiz geschrieben. Das klingt nachgiebig, verhindert aber, dass ein Nachmittag in Tränen endet und der nächste schon mit Widerwillen beginnt.
Typische Streitpunkte und was hilft
„Mein Kind fängt einfach nicht an.“
Oft steckt dahinter, dass die Aufgabe zu groß wirkt. Helfen Sie beim ersten Schritt: „Lies mir die erste Aufgabe vor“ ist leichter als „Mach jetzt endlich Hausaufgaben“. Eine Uhr auf dem Tisch hilft manchen Kindern, weil das Ende sichtbar wird.
„Es dauert jeden Tag Stunden.“
Beobachten Sie einmal eine Woche lang, wo die Zeit bleibt: beim Verstehen, beim Schreiben, beim Trödeln, beim Suchen der Sachen? Notieren Sie es kurz. Mit diesen Notizen ist das Gespräch mit der Lehrkraft viel ergiebiger als mit einem allgemeinen „Es ist zu viel“.
Beim Elternsprechtag ansprechen
Wie lange die Hausaufgaben zu Hause dauern, sieht die Lehrkraft nicht. Erzählen Sie es ihr, am besten mit Ihren Notizen aus einer Woche. Weitere Fragen für das Gespräch stehen im Artikel Elternsprechtag: Diese Fragen lohnen sich.
„Am Ende weinen alle.“
Dann ist es Zeit für eine Pause, für beide Seiten. Ein Satz wie „Wir machen morgen weiter, ich schreibe deiner Lehrerin eine Notiz“ beendet die Situation, ohne dass jemand verliert. Wenn das häufiger vorkommt, lohnt sich ein Blick auf die Ursachen; dazu unten mehr.
„Ich hab nichts auf.“
Ein vollständig geführtes Hausaufgabenheft ist die einfachste Abhilfe. Vereinbaren Sie, dass Ihr Kind auch „keine Hausaufgaben“ einträgt. Viele Schulen nutzen außerdem Lernplattformen oder Apps, in denen Aufgaben stehen; fragen Sie bei der Klassenleitung nach.
Wann Hilfe von außen sinnvoll ist
Manchmal reicht der beste Ablauf nicht. Unterstützung von außen ist sinnvoll, wenn
- es über Wochen fast täglich Streit gibt und die Beziehung darunter leidet,
- die Hausaufgaben regelmäßig weit über den Zeitvorgaben liegen,
- Ihr Kind die Aufgaben nicht allein schafft, weil Grundlagen fehlen,
- Sie den Stoff nicht erklären können, etwa in einer Fremdsprache, oder Ihnen nach der Arbeit schlicht die Zeit fehlt.
Eine Hausaufgabenbetreuung hilft, wenn Ihr Kind eine kleine Gruppe, feste Bezugspersonen und jemanden braucht, der erklärt. Achten Sie beim Kennenlernen darauf, dass die Betreuung die Aufgaben nicht für Ihr Kind löst, sondern es Schritt für Schritt dazu bringt, sie selbst zu lösen.
„Unsere Kinder gehen sehr gerne zur Hausaufgabenbetreuung und das ganz ohne Zwang. […] Die Kinder werden nicht nur bei den aktuellen Aufgaben unterstützt, sondern lernen auch für ihre Zukunft, selbstständig zu arbeiten […]“
Wie wir helfen können
In unserer Hausaufgabenbetreuung in Haspe bringt Ihr Kind seine Schulsachen mit und arbeitet in einer kleinen Gruppe von höchstens sechs an festen Tagen. Wo es hakt, erklärt die Lehrkraft, was dahintersteckt, damit Ihr Kind die Aufgabe möglichst selbst lösen kann. So werden Ihr Kind und Sie im Schulalltag entlastet.
Quellen
Regeln und Termine prüfen wir an den amtlichen Quellen oben; verbindlich sind die aktuellen Rechtstexte und die Angaben Ihrer Schule. Beim Entwurf nutzen wir digitale Werkzeuge. Haben Sie einen Fehler gefunden? Sagen Sie uns gern Bescheid.
Anrufen oder schreiben.
Am Telefon klären wir gemeinsam, welche Klasse, welche Fächer und welcher Rhythmus für Ihr Kind passen. Sie erreichen Pelin Dal-Yilmaz.
0177 1563765
Schülerkreis Haspe