Elternsprechtag: Diese Fragen lohnen sich

Beim Elternsprechtag bleiben oft nur wenige Minuten pro Lehrkraft. Mit zwei, drei gut gewählten Fragen gehen Sie trotzdem mit einem klaren Bild und einem nächsten Schritt nach Hause.

Kurz gesagt

  • Klären Sie vorher mit Ihrem Kind, wie es selbst die Lage sieht, und wählen Sie pro Lehrkraft zwei oder drei Fragen aus.
  • Fragen Sie nach Konkretem: Was genau fehlt, woran merkt man es, was soll bis wann besser werden?
  • Gehen Sie mit einer Vereinbarung aus dem Gespräch. Für größere Themen machen Sie einen eigenen Termin aus.

Was der Elternsprechtag leisten kann

Der Elternsprechtag ist kein Zeugnistermin und keine Verhandlung. Er ist die Gelegenheit, den Blick der Lehrkraft auf Ihr Kind kennenzulernen und ihr zu erzählen, was Sie zu Hause erleben. Beides zusammen ergibt meist ein genaueres Bild als jede Note allein.

Weil an diesem Tag viele Familien warten, ist die Zeit knapp. Für ein ausführliches Gespräch, etwa über eine gefährdete Versetzung, Ärger in der Klasse oder einen Schulwechsel, reicht sie selten. Sprechen Sie solche Themen kurz an und bitten Sie um einen eigenen Termin. Das ist üblich und kein Zeichen von Misstrauen.

Ein gutes Ziel für den Elternsprechtag: Sie wissen danach, wo Ihr Kind in diesem Fach steht, was als Nächstes ansteht und was Ihr Kind und Sie konkret tun können.

Vorbereitung: drei Dinge, die Sie vorher klären

Die beste Vorbereitung dauert eine Viertelstunde und findet am Küchentisch statt, nicht im Flur vor dem Klassenraum.

  1. Die Sicht Ihres Kindes. Fragen Sie, in welchen Fächern es gut läuft, wo es hakt und was es selbst gern wissen würde. Fragen Sie auch, ob es etwas gibt, das die Lehrkraft unbedingt erfahren sollte. Viele Kinder sehen ihre Lage genauer, als Eltern erwarten.
  2. Die Unterlagen. Legen Sie zurückgegebene Klassenarbeiten und Tests bereit, dazu das Hausaufgabenheft. Notieren Sie die bisherigen Noten je Fach. So sprechen Sie über dieselben Zahlen wie die Lehrkraft.
  3. Zwei oder drei Fragen pro Lehrkraft. Wählen Sie aus der Liste unten die Fragen aus, die für Ihr Kind gerade wichtig sind, und schreiben Sie sie auf. Dafür können Sie die Fragenkarte am Ende dieses Artikels ausdrucken.

Fragen Sie bei der Schule nach, ob Kinder mitkommen können. Gerade ab der weiterführenden Schule lohnt es sich: Was Ihr Kind selbst von der Lehrkraft hört, kommt meist besser an als jede Zusammenfassung zu Hause.

Die Fragen, die sich lohnen

Für jedes Fach und jede Klasse

  • „Wo steht mein Kind im Moment, und worauf stützt sich diese Einschätzung?“ Gemeint sind Klassenarbeiten, Tests und die Mitarbeit im Unterricht.
  • „Was genau fehlt noch? Können Sie mir ein Beispiel aus dem Unterricht nennen?“
  • „Wie beteiligt sich mein Kind im Unterricht, und welches Gewicht hat das für die Note?“
  • „Was steht bis zum Halbjahreszeugnis noch an?“
  • „Was kann mein Kind in den nächsten Wochen konkret tun, und was können wir zu Hause tun?“

In der Grundschule

  • „Kann mein Kind dem Unterricht folgen, und arbeitet es an seinen Aufgaben selbstständig?“
  • „Wie liest, schreibt und rechnet es im Vergleich zu dem, was in dieser Klasse erwartet wird?“
  • „Wie kommt es mit den anderen Kindern zurecht?“
  • „Wie lange sollen die Hausaufgaben dauern, und was soll ich tun, wenn es deutlich länger wird?“
  • In Klasse 4: „Welche Schulform können Sie sich für mein Kind vorstellen, und warum?“ Die begründete Schulformempfehlung bekommen Sie mit dem Halbjahreszeugnis der Klasse 4. Sie ist nicht bindend; die Entscheidung treffen Sie als Eltern.

In Klasse 5 bis 10

  • „Gibt es Lücken aus früheren Schuljahren, die sich jetzt bemerkbar machen?“ In Mathematik und in den Fremdsprachen baut vieles aufeinander auf.
  • „Wie organisiert sich mein Kind: Hefte, Hausaufgaben, Vorbereitung auf Arbeiten?“
  • „Bietet die Schule Förderunterricht, Lernzeiten oder eine Hausaufgabenhilfe an?“
  • „Wenn Sie an meiner Stelle wären: Worauf würden Sie bis zum Halbjahr achten?“

Die letzte Frage wirkt unscheinbar. Sie lädt die Lehrkraft aber ein, offen zu sprechen, ohne dass ihre Antwort nach Kritik an Ihrem Kind oder an Ihnen klingen muss.

Wenn eine Note auf der Kippe steht

Im November sind in vielen Fächern die ersten Klassenarbeiten geschrieben. Steht Ihr Kind in einem Fach zwischen einer 4 und einer 5, sprechen Sie das offen an:

  • „Ist die Versetzung aus Ihrer Sicht gefährdet, oder kann es dazu kommen?“
  • „Welche Leistungen bis zum Halbjahr entscheiden, ob es eine 4 oder eine 5 wird?“
  • „Könnte eine schwache Note in diesem Fach durch ein anderes Fach ausgeglichen werden?“

Gut zu wissen

An weiterführenden Schulen gilt: Ist die Versetzung schon nach dem ersten Halbjahr gefährdet, steht das als Vermerk im Halbjahreszeugnis. Im Schuljahr 2026/27 gibt es die Halbjahreszeugnisse am Freitag, 12. Februar 2027, an Grundschulen in der Woche vom 8. bis 12. Februar.

Wird ein Fach erst danach nicht mehr ausreichend, muss die Schule die Eltern spätestens zehn Wochen vor dem Versetzungstermin schriftlich benachrichtigen. Das ist der sogenannte Blaue Brief. Dazu gehören eine Lern- und Förderempfehlung und das Angebot eines Beratungsgesprächs. Mehr dazu im Artikel Blauer Brief: Was die Warnung bedeutet.

Beim Wechsel von Klasse 5 nach 6 an Haupt-, Realschule und Gymnasium gibt es keine Versetzungsentscheidung; die Kinder rücken auf. An Gesamtschulen gehen die Kinder ohne Versetzung in die Klassen 6 bis 9 über.

Nach dem Gespräch: ein kleiner Plan

Am besten noch am selben Abend, solange die Eindrücke frisch sind:

  1. Notizen ergänzen. Was wurde gesagt, was wurde vereinbart, bis wann?
  2. Mit Ihrem Kind sprechen. Beginnen Sie mit dem, was gut läuft; das gibt es fast immer. Dann das eine Thema, an dem Sie gemeinsam arbeiten wollen. Nehmen Sie sich am besten ein, höchstens zwei Themen auf einmal vor.
  3. Einen Schritt festlegen. Zum Beispiel dreimal pro Woche 20 Minuten Vokabeln, jeden Sonntag gemeinsam die Schultasche durchsehen oder ein fester Platz und eine feste Zeit für die Hausaufgaben.
  4. Einen Termin zum Nachsehen setzen. Etwa kurz vor den Weihnachtsferien, die am 23. Dezember 2026 beginnen, oder nach der nächsten Klassenarbeit. Dann schauen Sie gemeinsam: Hat es geholfen, oder braucht es etwas anderes?

Wenn die Hausaufgaben zu Hause regelmäßig im Streit enden, finden Sie im Artikel Hausaufgaben ohne Streit die Zeitvorgaben des Landes und einen festen Ablauf für den Nachmittag.

Wann Hilfe von außen sinnvoll ist

Hilfe von außen lohnt sich, wenn

  • die Lehrkraft von Lücken in den Grundlagen spricht, die sich über mehrere Schuljahre aufgebaut haben,
  • Ihr Kind trotz Üben in mehreren Arbeiten hintereinander schlechter wird,
  • die Hausaufgaben fast jeden Tag deutlich länger dauern als vorgesehen oder im Streit enden,
  • Sie den Stoff selbst nicht erklären können oder im Alltag keine Zeit dafür bleibt.

Bekommt Ihre Familie zum Beispiel Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld), Wohngeld oder Kinderzuschlag, kann die Lernförderung aus dem Bildungs- und Teilhabepaket die Kosten übernehmen. In Hagen braucht der Antrag eine Bestätigung der Schule. Wie das abläuft, erklären wir auf der Seite Kosten und Bildungspaket.

Fragenkarte zum Ausdrucken

Drucken Sie die Karte aus oder schreiben Sie die Fragen ab, die zu Ihrem Kind passen. Nehmen Sie für jede Lehrkraft eine eigene Karte; was nicht passt, streichen Sie einfach.

Elternsprechtag: meine Fragen

Kind und KlasseFach und LehrkraftDatum und UhrzeitNoten bisher

Vorher mit meinem Kind geklärt

  • Was läuft gut, was ist schwer?
  • Gibt es etwas, das die Lehrkraft wissen sollte?
  • Klassenarbeiten, Tests und Hausaufgabenheft liegen bereit.

Meine Fragen

  • Wo steht mein Kind, und worauf stützt sich das?
  • Was genau fehlt noch? Gibt es ein Beispiel aus dem Unterricht?
  • Was steht bis zum Halbjahreszeugnis an?
  • Ist die Versetzung gefährdet, oder kann es dazu kommen?
  • Was kann mein Kind tun? Was können wir zu Hause tun?
  • Gibt es Förderangebote der Schule?

Vereinbart

Nachsehen am

Schülerkreis Haspe · Ratgeber: schuelerkreishaspe.de/ratgeber/elternsprechtag/

Wie wir helfen können

Wenn beim Elternsprechtag Lücken in einem Fach zur Sprache kommen, arbeiten wir genau daran: in kleinen Gruppen von höchstens sechs, mit den Heften und Arbeitsblättern aus der Schule.

Mehr zur NachhilfeAnrufen: 0177 1563765

Quellen

  1. Schulgesetz NRW, §§ 11 und 50 (Stand 01.08.2026) (öffnet in einem neuen Tab)
  2. Ausbildungs- und Prüfungsordnung Sekundarstufe I (APO-S I), § 7 und §§ 10, 28 (Stand 29.01.2026) (öffnet in einem neuen Tab)
  3. Ferienordnung NRW (BASS 12-65 Nr. 1), RdErl. vom 19.05.2022, zuletzt geändert 14.10.2024 (öffnet in einem neuen Tab), Weihnachtsferien und Halbjahreszeugnisse 2026/27
  4. Schulministerium NRW: Hausaufgaben (öffnet in einem neuen Tab), abgerufen am 21.10.2026
  5. SGB II, § 28 Abs. 5: Lernförderung (öffnet in einem neuen Tab), abgerufen am 21.10.2026

Regeln und Termine prüfen wir an den amtlichen Quellen oben; verbindlich sind die aktuellen Rechtstexte und die Angaben Ihrer Schule. Beim Entwurf nutzen wir digitale Werkzeuge. Haben Sie einen Fehler gefunden? Sagen Sie uns gern Bescheid.

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Am Telefon klären wir gemeinsam, welche Klasse, welche Fächer und welcher Rhythmus für Ihr Kind passen. Sie erreichen Pelin Dal-Yilmaz.

0177 1563765

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